Nachrichten

"Kermisdahl - Wetering"

Grenzland Post  vom 30. September 2007

Blumen für die Biogasanlage

Das Landwirtschaftszentrum Haus Riswick hat das grandiose Sonnenblumenfeld angepflanzt, dass in diesem Jahr in den Galleien zu bewundern ist. Es ist ein Testanbau zur Bestückung der Biogasanlage.

VON VIVIAN KLEIN

INFO

Derzeit vor allem Mais

Derzeit bestücken die niederrheinischen Bauern ihre Biogasanlagen vor allem mit Mais. Die Sonnenblume eigne sich jedoch auch hier als Zwischenfrucht, die zum Beispiel nach der Kartoffel- oder Getreideernte gesät werden könnte, erklärte Dr. Clara Berendonk. Sollte die Sonnenblume sich also als Biogas-Produzent bewähren, könnte es sein, dass die hübsche Pflanze hier bald öfter auf den Feldern zu sehen ist.

 

KLEVE Ein wahres Meer aus gelben Sonnenblumen wächst in diesem Jahr zum ersten Mal in den Galleien vor der Kulisse Kleves. Aber nicht nur zum Schön-Aussehen. Das Feld wurde vom Landwirtschaftszentrum Haus Riswick angelegt, als Testmaterial für die Biogasanlage. „Wir testen derzeit verschiedene Pflanzen, die im Betrieb anfallen, auf ihr Biogas-Potenzial", erklärte Dr. Clara Berendonk, Leiterin des Fachbereichs Grünland und Futterbau im Haus Riswick. „Nachdem wir im Laborversuch mit Sonnenblumen ganz gute Ergebnisse erzielt haben, haben wir uns entschlossen, diese auch praktisch zu testen." Deshalb wurden Ende Juni die Sonnenblumen auf insgesamt elf Hektar und auf zwei Flächen gesät. Das größere Feld liegt in den Galleien, ein kleineres an der Koppelstraße in Richtung Till. Im Oktober werden die Pflanzen so weit sein, dass sie „geerntet" werden können. Dazu werden die Pflanzen als ganzes geschnitten und dann zunächst als Silage gelagert, erklärt Dr. Berendonk das Vorgehen. Anfang des nächsten Jahres wird dann die Biogasanlage auf Haus Riswick mit dem Material bestückt und die Gasmenge gemessen, die entsteht.

Hoher Ölgehalt

„Sonnenblumen haben einen hohen Ölgehalt, daher haben sie auch ein hohes Biogaspotential", so Berendonk. Wobei die Pflanzen nur eine Zugabe für dei Gasproduktion sind, hauptsächlich wird die Anlage mit Gülle aus den eigenen Kuhställen bestückt. Zum Vergleich: Im Jahr werden rund 5300 Kubikmeter Rindergülle und rund 900 Tonnen zusätzliche „Feststoffe" wie eben die Sonnenblumen verwertet. Hier kommt es auf die richtige Mischung an, um die in der Anlage lebenden Bakterien, die letztlich für die Entstehung des Gases zuständig sind, möglichst effizient zu „füttern". Die Bakterien zersetzen das durch den Kuhmagen nicht ganz verdaute organische Material aus der Gülle und das aus den zusätzlichen Feststoffen. Daher gehört es auch zur Versuchsreihe In der Gasanlage, die optimale Mischung zwischen Sonnenblumen und Gülle herauszufinden. Derzeit werden Winterweizen und Gras in der Biogasanlage zugegeben. „Den Winterweizen haben wir Mitte Juni von den Flächen geerntet, auf denen jetzt die Sonnenblumen stehen", erläutert Berendonk. Nach den Sonnenblumen wird dann Grünroggen folgen, der im nächsten Frühjahr geerntet wird. „Es ist wichtig für den Boden, dass er möglichst lange im Jahr mit Pflanzen bedeckt ist, damit der Stickstoff nicht ausgespült wird", erklärt Berendonk.

Denn Stickstoff sei zwar einerseits wichtig für das Pflanzenwachstum, andererseits belaste er aber das Grundwasser, wenn er ausgespült werde. Und der Umweltschutz wird im Haus Riswick natürlich nicht vergessen.