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"Kermisdahl - Wetering"

Pressebericht: NRZ vom 29. November 2017


Es fehlt die Aussicht

Gerlinde Semrau-Lensing und Horst Terfehr setzen sich für die Freischneidung von zwei historischen Aussichtspunkten im Alten Landschaftspark ein

Von Andreas Gebbink

„Es reicht nicht, die schöne Klever Landschaftsgestaltung in Ausstellungen und Bücher zu preisen, man muss die Landschaft auch erlebbar machen“, sagt Gerlinde Semrau-Lensing. Seit vielen Jahren setzt sie sich mit den Mitgliedern des Arbeitskreises Kermisdahl-Wetering für die Pflege des Alten Landschaftsparks von Johann Moritz von Nassau-Siegen ein. Und jetzt geht es den Mitgliedern um die freie Sicht an der Kreisverwaltung. Seit Jahren wachsen die Bäume am Hang in den Himmel und müssten dringend zurückgeschnitten werden. „Von der eigentlichen Landschaftsgestaltung sieht man nichts“, sagt Horst Terfehr, der es für dringend geboten hält, dass die Bäume zum Teil entfernt werden.

Ein Alleinstellungsmerkmal

Denn dieser Hang sei für derart große Bäume überhaupt nicht geeignet: „Hier gehört Buschwerk hin“, sagt Terfehr. „Je größer die Bäume werden, desto gefährlicher werden sie für den Hang. Was passieren kann, haben wir beim Erdrutsch an den Kaskaden gesehen“. Zudem sind einige der zahlreichen Robinien, Pappeln und Weiden stark mit Efeu bewachsen: „Das schwächt die Wurzeln zusätzlich“, sagt Gerlinde Semrau-Lensing.

„Je größer die Bäume werden, desto gefährlicher werden sie für den Hang.“
Horst Terfehr möchte die Aussichtspunkte gestalten.

Neben der Kreisverwaltung gibt es zwei schöne Aussichtspunkte in die Galleien, die heute kaum wahrgenommen werden. Denn weder der Papenberg in Bedburg-Hau, noch die Birnenalleen in den Galleien, noch die Schwanenburg sind zu erkennen. „Dieser Park ist ein Alleinstellungsmerkmal für Kleve“, sagt Gerlinde Semrau-Lensing und dieses Merkmal müsse besser gepflegt werden.

Für freie Sicht am ehemaligen Lustgarten ist die Stadt Kleve zuständig. Aus der Verwaltung heißt es hierzu: „Die Sichtachse in die Niederung (Aussichtspunkt im Moritzpark neben dem Kreishaus) wird in diesem Winter wieder gepflegt und freigeschnitten. Die Schnittarbeiten erfolgen im Rahmen der normalen Pflege in einem regelmäßigen Turnus von fünf Jahren. Die Erstellung und Umsetzung der Sichtachsen am Burgberg wird derzeit geprüft.“

Im Oktober hat die Kreisverwaltung den Aussichtspunkt am ehemaligen Hotel Maywald freigeschnitten. Allerdings kann man den Papenberg immer noch nicht erkennen. Gerlinde Semrau-Lensing ist froh darüber, dass überhaupt etwas getan wurde: „Es ist ein Anfang“, sagt sie.