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"Kermisdahl - Wetering"

Pressebericht: NRZ vom 21. August 2012

Der Ausblick ist wieder frei

Freiwillige Helfer haben in vielen Arbeitsstunden den Butterberg erschlossen

Von Julian Weimer

Der Zugang zum Butterberg ist vom kleinen Parkplatz am Amphitheater aus möglich. Neben dem Fontänenbecken fährt ein Sandweg hinauf. Ihre nächste Aktion hat Gerlinde Lensing schon in den Blick gefasst: Am 22. September, zwischen 9 und 13 Uhr soll's weiter gehen. Kontakt: Telefon 02821 / 27089 oder 18315.

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Aufwändig frei geschnitten: 15 Mal traf sich die Gruppe bereits, hat jedem Wetter trotzend stundenlang gearbeitet - und ist längst nicht fertig. 

„Ich mag die Ruhe hier oben", sagt der 15-jährige Jan Gietemann (rechts).

Der Zugang soll noch deutlicher erschlossen werden. 

Fotos (3): Thorsten Lindekamp

Kleve. Das hat es schon lange nicht mehr gegeben - und selbst nach vielen Arbeitsstunden wirkt das Werk immer noch nicht fertig: Vom Klever Butterberg, gleich am Forstgarten oberhalb des Amphitheaters, kann man jetzt wieder den Blick in die Ferne schweifen lassen. Auf blauen Himmel, über Bimmen hinweg, nach Elten und Rindern.

Rund ein Dutzend Helfer

Förster und viele freiwillige Hände um die engagierten Josef Gietemann und Gerlinde Lensing haben's möglich gemacht. Wo einst Fürst Johann Moritz für seinen brandenburgischen Kurfürsten die Parks anlegte und einen Pavillon auf den womöglich schönsten Aussichtspunkt der Gegend stellte, haben sie Brombeersträuchern, Regenfurchen in den Wegen und dichtem Blattwerk den Kampf angesagt.

„Auch diese Seite gehört zu den Klevischen Parkanlagen, obwohl sie etwas in Vergessenheit geraten ist", sagt Gerlinde Lensing vom Patenverein Arenacum Rindern. Sie spricht.hier.oben auf dem.Butterberg von einem „Schatz", den es wieder zu erschließen gelte. Johann Moritz habe „die Schüppe einfach in die Hand genommen und gewerkt", sagt sie.

In den verworrenen Zuständigkeiten zwischen Stadt, Denkmalpflegern und Forstverwaltungen mag das etwas langsamer vonstatten gehen. So nahmen rund ein Dutzend Freiwillige den Butterberg, wo sich Gestrüpp und totes Holz teils mannshoch stapelten, selbst in Angriff, legten auch Wege wie die „dolle Gruft" und die „Hirschscheunenallee" wieder frei.

Inzwischen stolze 15 Pflegeaktionen später gab es gestern kurz Gelegenheit, mit Kaffee und Kuchen ein Päuschen einzulegen und oben auf der Aussichtskuppe den bisherigen Erfolg zu genießen. Ihnen schwebe vor, die Fußwege wieder richtig zu ebnen und hier oben Bänke aufzustellen.

„Als wir angefangen haben, konnte man hier nicht einmal hoch laufen", sagt der 15-jährige Jan Gietemann. ,yon unten war es nicht einmal als Berg erkennbar. Am Anfang haben wir mit der Kettensäge gearbeitet und schnell die Erfolge gesehen, jetzt geht es etwas langsamer." Dass sich viele andere Jugendliche in den Sommerferien mit anderem beschäftigen - da zuckt er mit den Schultern. „Früher war das mit dem Wald auch nicht so meins. Jetzt mag ich es, die Ruhe hier oben und dass man ab und zu vom Tierpark einen Esel hört."

Schulklassen gewinnen

Lensing hofft, für die Arbeiten am Butterberg auch noch Schulen gewinnen zu können. Margreth Wanders, die gestern zum ersten Mal mit oben und begeistert war, versprach jedenfalls schon eine Kaffeetafel aus ihrem Klever Hause für einen solchen Anlass.