Spielberg


Die Geschichten des Waldes

Im Reichswald gibt es zahlreiche Hügelgräber aus der Bronzezeit. Auch der Spielberg ist ein Zeugnis früher Historie. Jetzt wurde er neu gestaltet

Von Andreas Gebbink

Kleve-Donsbrüggen. Der Reichswald verbirgt noch viele Geschichten. Er ist ein Wald mit einer sehr langen Historie und für viele Menschen war er in der Vergangenheit auch ein „heiliger Wald“. Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, der findet noch heute Zeugnisse dieser Verehrung. Wolfgang Wegener vom Landschaftsverband Rheinland erklärt, dass es im Reichswald zahlreiche Hügelgräber aus der Bronzezeit gibt, die zum Teil über 3000 Jahre alt sind.

Der Archäologe ist davon überzeugt, dass es sich beim Spielberg in Donsbrüggen auch um so eine frühe Grabstätte handelt, die als Kultstätte diente und eines der ersten menschlichen Zeugnisse am unteren Niederrhein darstellt. Der brandenburgische Statthalter Prinz Johann Moritz von Nassau-Siegen wird um diese Bedeutung gewusst haben und erstellte daher im 17. Jahrhundert, mitten im Wald oberhalb von Donsbrüggen, eine Landmarke für sein großes Gartenkonzept.

Der Prinz ließ einen Hügel errichten, der einen Ausblick auf die Niederung erlaubte und Teil des Sichtachsenkonzeptes wurde.

Kostbares Erbe

Die gestalterische Historie des Waldes ist heute fast vergessen. Der Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering des Klevischen Vereins setzt sich seit Jahren für den Erhalt dieses kostbaren Erbes ein. In der vergangen Woche wurde der Spielberg der Öffentlichkeit übergeben. Dort, wo einst das Gestrüpp wucherte, kann man jetzt wieder einen Hügel besteigen und in den Wald schauen. Früher war dieser Hügel im Winter mal eine beliebte Rodelbahn für Kinder.

Mit der Hilfe des Forstes und vieler ehrenamtlich aktiver Menschen wurde der fast unsichtbare Spielberg wieder freigelegt. Gerlinde Semrau-Lensing, Vorsitzende des Arbeitskreises, stellte in Aussicht, dass künftig auch eine Tafel angebracht werden wird, auf der die besondere historische Bedeutung des Hügels erläutert wird. Gemeinsam mit Stem- und Butterberg bildet der Spielberg eine Sichtbeziehung im Neuen Tiergarten.

SCHLAGLICHTER DES REICHSWALDES

Der Wald bei Kleve war schon immer wichtig. Im Frühmittelalter ging der Wald als ehemaliger römischer Besitz in die Hände der fränkischen Könige über. Der Reichswald war ein Anhängsel der Königspfalz in Nimwegen, die Karl der Große 777 hat errichten lassen.

Ludwig der Fromme, Sohn und Nachfolger Karls des Großen, hat ab 814 mehrfach im Reichswald gejagt

Bekannt Ist auch die Geschichte von Kaiser Otto III., der im Sommer 980 irgendwo im Reichswald zur Welt gekommen sein soll.

Graf Adolf hat den Wald dann 1370 der Stadt Kleve geschenkt - er wurde öffentliches Gut.